Geschichte

Gelegentliche Funde von römischen Ziegeln und von Mauerwerk lassen vermuten, dass die Gegend von Kirchleerau auch zur Zeit der Römer bewohnt war.
Im Namen des Mellinger Bürgers Ruodolfus de Lerowe, der 1249 als kiburgischer Ministeriale auftritt, wurde Leerau erstmals 1248 urkundlich erwähnt. Spätere nach dem Dorfe sich nennende Familien – von Lerowe, Lerower, Lerwer, Lerber – stiegen in den Bürgerschaften von Solothurn und Bern zu angesehener Stellung, in Bern zum eigentlichen Patriziat auf.

1306 übten die Habsburger die hohe Gerichtsbarkeit aus, bis sie diese 1415 den Bernern überlassen mussten. In den folgenden vier Jahrhunderten dienten die Lerber verschiedenen Herrschern, so unter anderen den Trostbergern, dem Willisauer Ratsherrn Rudolf Herport, Jakob von Büttikon und ab 1520 den Herren May wie die Herrschaft Rued. Die Erwerbung des Kollaturrechtes durch den Staat Aargau wurde bereits 1809 erwogen, doch kam es erst 1834 zur Abtretung dieses Rechtes durch die Herren May an den Staat.

Die Kirche wurde erstmals im Jahre 1275 erwähnt. 1595 wurde der Turm erbaut und der Chor erweitert. Die Fenster schmücken sieben kostbare Wappenscheiben aus dem Ende des 15. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts mit den Wappen Herport-Rüssegg und mehrerer May und ihrer Gattinen. Ein bemerkenswerter Bau – der heute noch besteht – ist die ehemalige Untervogtei von 1663. Die Entwicklung bezüglich Bevölkerung, Gewerbe und Bauvolumen der letzten zwanzig Jahre zeigt eindeutig, dass sich Kirchleerau als ausgesprochene Wohngemeinde etabliert hat. Obwohl die Gemeinde nicht optimal erschlossen ist (keine Bahn), hat die wohnbaufreundliche Politik und die ständige Anpassung der Infrastruktur an die veränderten Verhältnisse zu einer erfreulichen Entwicklung beigetragen.